Rote Bete Brand von Birkenhof

Bereits im vorherigen Beitrag erwähnt, ist der Rote Bete Brand von Birkenhof ein sehr intensives Destillat und einen näheren Blick wert. Die anderen Produkte der Brennerei konnte ich vor Ort auch probieren, besonders überzeugt und zur direkten Mitnahme bewogen haben mich der Jona-Gold Apfelweinbrand, Haselnuss, Rote Bete Brand, Zibartenbrand, Möhrenbrand mit Honig und Wildorangenbrand. Dazu jedoch ggf. zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

Im Gespräch und später auf Nachfrage per Email habe ich erfahren, dass der Rote Bete Brand durch eine Verwechslung erdacht wurde: Der nahe gelegene Biobauer aus Umgebung Montabaur/Nassau wurde um eine aktuelle Lieferung Mohrrüben gebeten, diese konnte er jedoch nicht liefern und verwies auf eine große Menge Rote Bete im Lager. Ob es sich nun tatsächlich so zugetragen hat oder nur ein gutes Story Telling vorliegt – die Geschichte gefällt mir.

Die Rote Bete wird nicht weiter nachgezuckert und in einer 2-bödigen Destille gebrannt. Das Destillat wird hochprozentig für etwa ein Jahr gelagert, filtriert und auf Trinkstärke herabgesetzt. Eine Filtration liegt bei allen Birkenhof Bränden vor, es soll jedoch keine Kälte- sondern eine „schonende Filtration“ sein.

Was haben wir nun im Glas vor uns? Eine absolut klare Flüssigkeit, die Tränenbildung am Glasrand ist ausgeprägt. Schon aus der Ferne gibt es genau ein Aroma zu entdecken: Rote Bete! Erdig, im positiven Sinne wenig fruchtig, leicht süßlich. Alkoholische Spitzen sind nicht wahrnehmbar. Genau dieses Bild transportiert sich im Geschmack – zugegebenermaßen nimmt ein wenig die Intensität der Rote Bete ab und die 38% sind dann doch minimal zu merken. Der Nachhall ist zwar vorhanden, aber eher kurz.

Ein bei Obstbränden nicht zu unterschätzender Faktor ist der Preis. Im Onlineshop liegt der halbe Liter bei 26.50€ – sehr fair. Aufgrund der Intensität reicht zum ersten Kennenlernen auch die sympathische Flaschengröße von 0.1l-Flasche aus.

Ein weiteres inzwischen recht bekanntes Produkt ist der Faude feine Brände Rote-Beete-Geist. Zu einem Direktvergleich kam es leider nie, aus der Erinnerung war letzterer auch gut, jedoch überzeugte mich in der Intensität Birkenhof etwas mehr.

Tim
Seit 2013 tagsüber in einem Büro in Frankfurt am Main anzutreffen, steht der cocktailbegeisterte Betriebswirt abends gerne vor den Bartresen der Stadt oder hinter seiner eigenen Heimbar in Bad Vilbel. Nebenher liest der Endzwanziger gerne - nicht nur Cocktailliteratur.

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