Real Sloe Gin Fizz

Mitte Juni traf ich mich mit Freunden aus meiner Schulzeit im beschaulichen Mannebach – eine Freundin von mir wohnte für einige Monate dort. Nein, das 300-Seelen Örtchen in Nähe der luxemburgischen Grenze muss man wirklich nicht kennen. Ich versprach mir in Bezug auf spannende bartypische Getränke höchstens den günstigen Einkauf von etwas Champagner und Rhum Agricole im benachbarten Ausland. Moselweine sind selbstredend ein anderes Thema. 😉

Umso angenehmer gestaltete sich der Besuch des lokalen Erzeugermarktes am Samstagmittag. Noch leicht verkatert erregte der Stand der örtlichen Brennerei unsere Aufmerksamkeit und es galt, das Sortiment zu verkosten. Eine dezente Ähnlichkeit zum typischen Tagesstart beim Besuch des BCBs lässt sich nicht leugnen … In der Konsequenz entstand der:

Real Sloe Gin Fizz

  • 3cl Gin (Martin Miller’s Westbourne Strength)
  • 3cl Schlehenbrand (Stors)
  • 3cl Zitronensaft (frisch gepresst)
  • 2cl Rohrzuckersirup
  • 1 Eiweiß
  • Soda

Alle Zutaten bis auf Soda sehr hart auf Eis shaken, in vorgekühltes Fizzglas geben und mit wenig Soda toppen.

Foto eines Real Sloe Gin FizzDer Schlehenbrand von Stors konnte mich sofort überzeugen. Einerseits ist das Fruchtaroma prägnant und konzentriert eingefangen, ohne übermäßige alkoholische Schärfe. Am Gaumen selbst lässt die Frucht etwas nach, man merkt doch die 42%Vol. Dafür schwingt eine leichte Süße mit, die sich auch im Nachklang abzeichnet. Dieser gestaltet sich hintergründig erstaunlich lang. Rundum so, wie ich mir einen Obstbrand vorstelle. Wenig verwunderlich, dass ich von dieser grundlegend sympathischen Brennerei und ihren Produkten hier detaillierter berichte.

Was liegt näher als den Schlehenlikör durch einen Schlehenbrand im Sloe Gin Fizz zu substituieren? Das Ergebnis ist dichter sowie – kaum überraschend – angenehm trocken im Geschmack. Volles Fruchtaroma, wobei die gewisse Würzigkeit eines Likörs durch die Dominanz eines Brands getauscht wird. Angenehm anspruchsvoll und für mich eine sehr lohnenswerte Variante des Fizzes.

 

Tim
Seit 2013 tagsüber in einem Büro in Frankfurt am Main anzutreffen, steht der cocktailbegeisterte Betriebswirt abends gerne vor den Bartresen der Stadt oder hinter seiner eigenen Heimbar in Bad Vilbel. Nebenher liest der Endzwanziger gerne - nicht nur Cocktailliteratur.

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