Blame it on the Beet

Es gibt einige Cocktails, die liegen einem besonders am Herzen. In diesem Fall ist der Grund schnell erklärt: Der Blame it on Beet ist die Eigenkreation von Benny und mir anlässlich des C&D-Forumstreffen 2015 in Hamburg.

Das vorher festgelegte Thema lautete „Obstbrände“ und nachdem Benny Anfang 2015 im Zu Hause in Aachen von Birkenhof den Rote Bete-Brand probieren konnte, stand unsere grundlegende Idee schnell fest. Eine großzügige Auslegung der Jury des Obstbegriffs setzten wir einfach mal voraus 😉 Unnützes Wissen am Rande: Birkenhof sitzt in Nistertal im Westerwald, 10 Kilometer entfernt von der Hochschule an der ich studierte. Die erste Berührung mit Produkten der Brennerei erfolgte daher bereits recht früh, auch wenn die etwas massentauglicher waren.

Blame it on the Beet*

  • 1cl Rote Bete-Brand (Birkenhof)
  • 2cl Mezcal (San Cosme)
  • 3cl Campari
  • 3cl Lillet Blanc
  • getrocknete Rote Bete-Chips (als Deko)

Alle Zutaten auf Eis verrühren und in ein vorgefrostetes Coupetteglas geben. Zusammen mit einem getrockneten Rote Bete-Chip dekorieren.

*Originalgetreue Zubereitung und anschließendes Trinken nur möglich, wenn parallel dazu Blame gespielt wird.

(Nach Benjamin Thelen und Tim Burkhardt)

Rote Bete-Chips gibt es inzwischen häufig im Supermarkt als Teil von Gemüsechips. Bisher habe ich sie allerdings im Backofen (ein Dörrgerat wäre natürlich perfekt) hergestellt: Möglichst große vorgekochte oder frische Rote Bete dünn hobeln, die Scheiben nebeneinander auf Backbleche verteilen und bei 80°C Umluft etwa 8 Stunden lang im Backofen trocknen. Die Tür dabei mit einem Holzlöffel geöffnet halten und die Reihenfolge der Bleche einmal tauschen. Die Chips schrumpfen stark an Größe.

Der Rote Bete-Brand macht keine Kompromisse und schmeckt einzig und alleine so, wie er heißt. Und das sehr intensiv. Daher standen wir vor dem Problem die richtige Balance zu finden und orientierten uns an klassischen Negroni-Verhältnissen. Es kam zu der – bei näherer Betrachtung gerade zu perversen – Erkenntnis, dass wir den sonst keineswegs unauffälligen Mezcal als Gegenspieler zum Zähmen und Ausbalancieren benötigen. Lillet Blanc erwies sich durch eine kleine Testreihe als gefälliger und passender anstelle süßen Wermuts – eine klarere und brilliantere Farbe des Cocktails wird zusätzlich gewährleistet.

Bildaufnahme des Blame it on the BeetTrotz des nur geringen Anteils Rote Bete-Brand dominiert dieser in der Nase deutlich. Geschmacklich präsentiert sich dann ein ausgeglicheneres Bild: Anfänglich setzt sich der erste Eindruck fort, dann setzen dämpfend Lillet und der auf einmal harmlos wirkende Mezcal ein. Im Nachklang präsentiert sich der Campari überzeugend und trägt zu einem lang anhaltenden Geschmacksbild bei. Im Ganzen wunderbar ausgeglichen und eine ungewöhnliche Negroni-Abwandlung.

Die Jury des Forumstreffen war glücklicherweise ähnlich begeistert und bedachte uns mit dem 1. Platz! In der Zwischenzeit konnte der Cocktail auch im Rahmen von Wiki Loves Cocktails 2016 weitere Fans gewinnen.

Tim
Seit 2013 tagsüber in einem Büro in Frankfurt am Main anzutreffen, steht der cocktailbegeisterte Betriebswirt abends gerne vor den Bartresen der Stadt oder hinter seiner eigenen Heimbar in Bad Vilbel. Nebenher liest der Endzwanziger gerne - nicht nur Cocktailliteratur.

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