Apfelbrände – ein Überblick (Teil 1)

Pfingsten 2018 war es wieder soweit: Die meist seit Jahren wohlbekannte Runde an angenehm Cocktailverrückten traf sich erneut in den Berliner Lofts und veranstaltete ein Wochenende im Zeichen des guten Trinkens. Traditionell gibt es eine selbst organisierte Verkostung zu einem speziellen Themengebiet inklusive anschließendem Wettbewerb. Dieses Jahr stellten wir gereifte Apfelbrände in den Fokus – organisiert durch meinen guten Freund Ilja und mich.

Drei Äpfel

Nun folgt in mehreren Schritten die schriftliche Aufarbeitung des Tastings. In Teil 1 werfe ich einen Blick auf die Geschichte von Apfelbränden, auf die Produktionsmethoden und kulturelle Verbreitung. Diesen ersten Teil werde ich jedoch wiederum lose auf einige Beiträge aufteilen, sonst wird es einfach zu lang. 😉 Im nächsten Schritt erfolgt die Präsentation der verkosteten Produkte inklusive Bewertung und im 3. Teil kommen wir endlich zum Richtigen und Wichtigen – die Rezepte und Mixempfehlungen.→ weiterlesen

Hibiskus! – Simple Pleasures und Roseine

Gestern Abend war es soweit – ohne schlechtes Gewissen konnte ich meine Arbeitskollegen mit einer Runde Antica Torino Smashes zum Start des Abends  begrüßen. Oder mit anderen Worten: Es fühlt sich endlich wieder nach Frühling an.

Wenig verwunderlich, dass ich beim Blättern durch die aktuelle imbibe 72 von März/April 2018 über den Artikel zu Hibiskusblüten-Cocktails gestolpert bin. Eine intensive, strahlende Farbe in Verbindung mit einem feinem, dezent-erdigen und säuerlichen Aroma passt perfekt zu den ersten richtigen Frühlingstagen. Erst recht in Verbindung mit Alkohol. 😉

Weltweit werden Hibiskusblüten in unterschiedlichster Form eingesetzt, ob als Tee, für Erfrischungsgetränke oder in Süßspeisen. Die von mir im folgenden verwendeten Blüten habe ich online als „Hibiskustee“ aus ganzen Hibiskusblüten geordert, 500 Gramm haben keine 7€ gekostet und reichen ewig. Aufgrund der Intensität sind die Blüten vorsichtig zu dosieren. Es bietet sich an, entweder einen Sirup zu kochen respektive mit Infusionen zu arbeiten. Im Fall des Simple Pleasures schlägt Gina Chersevani aus dem Buffalo & Bergen in Washington, D.C. vor, zwei Esslöffel getrocknete Hibiskusblüten zwei Stunden in einer Flasche weißen Overproof Rum ziehen zu lassen. Für einen ersten Versuch startete ich zunächst mit 6cl Wray & Nephew OP und einer einzelnen Blüte:

Foto des Simple Pleasures→ weiterlesen

Tin Gin

In den letzten Jahren hat sich die Vielfalt auf dem Spirituosenmarkt erfreulich ausgeweitet, kaum eine Nische, die noch nicht besetzt wurde. Was liegt damit im Jahre 2018 nahe? Definitiv nicht noch einen Gin auf den Markt zu bringen. Was hat die Truppe um Jonas Hald, Benji Stroheker und Konstantin „Coco“ Kuld mit Unterstützung von Felix Kaltenthaler gemacht? Exakt!

Jonas und Felix
Letzten Donnerstag war es soweit, der Tin Gin wurde erstmals öffentlich vorgestellt. Benny und ich kennen Jonas bereits seit langen Jahren, ursprünglich über das Cocktail&Dreams-Forum. Da wollten wir uns die Markteinführung nicht entgehen lassen, die Konstellation versprach einen illustren Abend. Der Plan: Mit dem ICE nachmittags von Frankfurt gen Stuttgart, den einen oder anderen Drink nehmen und nachts um 5:00 zurück. Hat funktioniert. 🙂→ weiterlesen

Lime Juice Cordial

Lime Juice Cordial – eine Zutat, die nahezu immer in einem Atemzug mit dem Gimlet genannt wird. Gerne ergänzt um Anekdoten um die respektablen Trinkgewohnheiten von Philip Marlowe und die raffinierte Gesundheitsvorsorge der Royal Navy. Entsprechend umfassend hat sich bereits Gabriel Daun für Mixology mit dem Cocktail beschäftigt, daher liegt hier der Schwerpunkt an anderer Stelle.

Lime Juice Cordial

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Regarding Cocktails – Review

Ein ganz besonderes Buch liegt gerade aufgeschlagen in meiner Hand. Dass weltweit bekannte Bartender Bücher schreiben, ein Repertoire ihrer persönlichen Lieblingscocktails präsentieren, bisher im Dunkeln liegende Thematiken beleuchten – mal gelingt es besser, mal schlechter, selten ist man nach dem Studium eines Buchs beeindruckt.

Foto des Buchs Regarding CocktailsHier ist es anders. Dieses Buch ist anders. Petraske ist mit gerade einmal 42 Jahren verstorben, sein Buch blieb unvollendet, wurde posthum veröffentlicht. Im Vorwort stellt seine Frau fest:

The form this book has taken is one my husband could never have foreseen. Being the subject rather than the narrator would not have been for him, and the book surely contains more of Sasha’s personality than he wished for it to have – but how could it not?

Georgette Moger-Petraske

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Si-Güey

Letzte Woche eine Buchvorstellung, gänzlich ohne flüssiges Beiwerk. Dieses Mal umgedreht: Auf Sasha Petraskes leider nicht mehr beendetes Werk „Regarding Cocktails“ gehe ich zu einem späteren Zeitpunkt ein und möchte nicht zu viele Worte im Vorfeld verlieren. Vorab: Er hat es geschafft, dass man beinahe jedes Rezept sofort nachmixen möchte. Die wahren Stärken des Buchs liegen jedoch bei weitem nicht in solch profanen Dingen.

Nach sorgfältiger Abwägung fiel meine Wahl für einen Sonntagabend im Januar auf den Si-Güey. Die richtige Entscheidung?

Si-Güey

  • 6cl Reposado Tequila (Aha)
  • 0.75cl Curacao (Pierre Ferrand Orange Curacao)
  • 0.75cl Islay Whisky (Laphroaig Quarter Cask)
  • 3 Dashes Orange Bitters (The Bitter Truth)

Im Old Fashioned-Glas die Bitters mit dem Likör und anschließend dem Tequila vermengen. Einen großen Eiswürfel hinzufügen und kaltrühren. Den Whisky am Ende floaten.

Nach Michael Madrusan aus „Regarding Cocktails“, Seite 51

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Meehan’s Bartender Manual – Review

Jim Meehan und sein berühmtestes Projekt – das 2007 eröffnete PDT in New York – muss in der Barszene kaum noch vorgestellt werden. Als einer in diesen Kreisen ganz großen und weltweit Bekannten trug und trägt er einen entscheidenden Teil zum Wiederaufleben der Cocktailkultur bei, schreibt Artikel und Kolumnen für englischsprachige Fachmagazine, arbeitet als einschlägiger Berater und hat spezielle Produkte wie ein ledernes Roll-Up auf den Markt gebracht. In Buchform trat er bislang mit dem PDT Cocktail Book in Erscheinung; im Vorwort passend von David Wondrich mit einer modernen Version des Savoy Cocktail Book verglichen, ein Abbild der zeitgenössischen, eventuell dezent avantgardistischen Bar- und Trinkwelt. Sechs Jahre später nun also Meehan’s Bartender Manual.

Meehan's Bartender Man

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Eskapismus

Die Weihnachtsfeiertage stehen bevor – und damit die alljährliche Mélange aus dem mal mehr, mal weniger erfreulichen Wiedersehen mit der Familie, Treffen mit Freunden aus der Schulzeit oder schlicht weiteren Bekannten, denen man nicht aus dem Weg gehen kann. Ganz zu schweigen von überbordenden Tafeln, mehr gut gemeinten als gut gemachten Weinen und der zur Fröhlichkeit verdammten Stimmung.

Foto des Eskapismus

Kurzum: Zeit für Eskapismus!

Eskapismus

  • 6cl süßer Wermut (Punt E Mes / Casa Mariol Negro)
  • 3cl Mezcal (San Cosme Blanco / El Rey Zapoteco Reposado)
  • 1BL Rote Bete-Brand (Birkenhof)
  • 2 Dashes Apple Bitters (selbst hergestellt)
  • Apfelzeste (als Deko)

Alle Zutaten auf Eis verrühren und in ein vorgefrostetes Coupetteglas geben. Mit Apfelzeste dekorieren.

Nach Benjamin Thelen und Tim Burkhardt

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One More Thyme

Musikalisch geht es weiter – meine Damen und Herren, geneigte Leser, werte Mittrinkende, bitte One More Time von Daft Punk auflegen und folgendes hinter der Bar mixen:

One More Thyme

  • 8cl Armagnac (Tariquet Bas-Armagnac 8y)
  • 2cl Zitronensaft (frisch gepresst)
  • 1cl Tonkabohnensirup (selbst hergestellt)
  • 1BL Bénédictine (eher großzügig messen)
  • 1/2 Apfel (vorzugsweise eine alte französische Sorte)
  • 1BL getrockneter Thymian
  • 1 getrockneter Apfelring (als Deko)
  • 1 Zweig frischer Thymian (als Deko)

Den getrockneten Thymian auf einer feuerfesten Unterlage platzieren, anzünden (am besten per Feuerzeug mit Jetflamme) und einen Tumbler kopfüber daraufstellen. Den Apfel im Shaker muddlen und im Anschluss alle flüssigen Zutaten mit Eis shaken. Auf eine Eiskugel in den Tumbler finestrainen und mit dem getrockneten Apfelring und dem frischen Thymian dekorieren.

(Nach Benjamin Thelen und Tim Burkhardt)

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Letters of Marque

Im Sommer dieses Jahres fand ich mich an einem Donnerstagnachmittag in der Espresso Bar, nördlich der Konstablerwache, in Frankfurt wieder. Die koffeinhaltigen Getränke standen jedoch im Hintergrund, Sven Riebel aus dem Seven Swans & The Tiny Cup hat in einer Gastschicht zu dem einen oder anderen After Work-Aperitif eingeladen.

Neben den überzeugenden Cocktails vom Riebel stolperte ich dort über „Amaro“ von Brad Thomas Parsons, dem geneigten Leser bereits vom Bitters-Buch bekannt. Ein Überzeugungstäter also. Das 2016 erschienene Buch führt den Stil des Vorgängers weiter, irgendwo zwischen Coffee Table Book, Rezeptsammlung und Warenkunde.

Foto des Letters of Marque

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