Lime Juice Cordial

Lime Juice Cordial – eine Zutat, die nahezu immer in einem Atemzug mit dem Gimlet genannt wird. Gerne ergänzt um Anekdoten um die respektablen Trinkgewohnheiten von Philip Marlowe und die raffinierte Gesundheitsvorsorge der Royal Navy. Entsprechend umfassend hat sich bereits Gabriel Daun für Mixology mit dem Cocktail beschäftigt, daher liegt hier der Schwerpunkt an anderer Stelle.

Lime Juice Cordial

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Regarding Cocktails – Review

Ein ganz besonderes Buch liegt gerade aufgeschlagen in meiner Hand. Dass weltweit bekannte Bartender Bücher schreiben, ein Repertoire ihrer persönlichen Lieblingscocktails präsentieren, bisher im Dunkeln liegende Thematiken beleuchten – mal gelingt es besser, mal schlechter, selten ist man nach dem Studium eines Buchs beeindruckt.

Foto des Buchs Regarding CocktailsHier ist es anders. Dieses Buch ist anders. Petraske ist mit gerade einmal 42 Jahren verstorben, sein Buch blieb unvollendet, wurde posthum veröffentlicht. Im Vorwort stellt seine Frau fest:

The form this book has taken is one my husband could never have foreseen. Being the subject rather than the narrator would not have been for him, and the book surely contains more of Sasha’s personality than he wished for it to have – but how could it not?

Georgette Moger-Petraske

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Si-Güey

Letzte Woche eine Buchvorstellung, gänzlich ohne flüssiges Beiwerk. Dieses Mal umgedreht: Auf Sasha Petraskes leider nicht mehr beendetes Werk „Regarding Cocktails“ gehe ich zu einem späteren Zeitpunkt ein und möchte nicht zu viele Worte im Vorfeld verlieren. Vorab: Er hat es geschafft, dass man beinahe jedes Rezept sofort nachmixen möchte. Die wahren Stärken des Buchs liegen jedoch bei weitem nicht in solch profanen Dingen.

Nach sorgfältiger Abwägung fiel meine Wahl für einen Sonntagabend im Januar auf den Si-Güey. Die richtige Entscheidung?

Si-Güey

  • 6cl Reposado Tequila (Aha)
  • 0.75cl Curacao (Pierre Ferrand Orange Curacao)
  • 0.75cl Islay Whisky (Laphroaig Quarter Cask)
  • 3 Dashes Orange Bitters (The Bitter Truth)

Im Old Fashioned-Glas die Bitters mit dem Likör und anschließend dem Tequila vermengen. Einen großen Eiswürfel hinzufügen und kaltrühren. Den Whisky am Ende floaten.

Nach Michael Madrusan aus „Regarding Cocktails“, Seite 51

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Meehan’s Bartender Manual – Review

Jim Meehan und sein berühmtestes Projekt – das 2007 eröffnete PDT in New York – muss in der Barszene kaum noch vorgestellt werden. Als einer in diesen Kreisen ganz großen und weltweit Bekannten trug und trägt er einen entscheidenden Teil zum Wiederaufleben der Cocktailkultur bei, schreibt Artikel und Kolumnen für englischsprachige Fachmagazine, arbeitet als einschlägiger Berater und hat spezielle Produkte wie ein ledernes Roll-Up auf den Markt gebracht. In Buchform trat er bislang mit dem PDT Cocktail Book in Erscheinung; im Vorwort passend von David Wondrich mit einer modernen Version des Savoy Cocktail Book verglichen, ein Abbild der zeitgenössischen, eventuell dezent avantgardistischen Bar- und Trinkwelt. Sechs Jahre später nun also Meehan’s Bartender Manual.

Meehan's Bartender Man

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Eskapismus

Die Weihnachtsfeiertage stehen bevor – und damit die alljährliche Mélange aus dem mal mehr, mal weniger erfreulichen Wiedersehen mit der Familie, Treffen mit Freunden aus der Schulzeit oder schlicht weiteren Bekannten, denen man nicht aus dem Weg gehen kann. Ganz zu schweigen von überbordenden Tafeln, mehr gut gemeinten als gut gemachten Weinen und der zur Fröhlichkeit verdammten Stimmung.

Foto des Eskapismus

Kurzum: Zeit für Eskapismus!

Eskapismus

  • 6cl süßer Wermut (Punt E Mes / Casa Mariol Negro)
  • 3cl Mezcal (San Cosme Blanco / El Rey Zapoteco Reposado)
  • 1BL Rote Bete-Brand (Birkenhof)
  • 2 Dashes Apple Bitters (selbst hergestellt)
  • Apfelzeste (als Deko)

Alle Zutaten auf Eis verrühren und in ein vorgefrostetes Coupetteglas geben. Mit Apfelzeste dekorieren.

Nach Benjamin Thelen und Tim Burkhardt

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One More Thyme

Musikalisch geht es weiter – meine Damen und Herren, geneigte Leser, werte Mittrinkende, bitte One More Time von Daft Punk auflegen und folgendes hinter der Bar mixen:

One More Thyme

  • 8cl Armagnac (Tariquet Bas-Armagnac 8y)
  • 2cl Zitronensaft (frisch gepresst)
  • 1cl Tonkabohnensirup (selbst hergestellt)
  • 1BL Bénédictine (eher großzügig messen)
  • 1/2 Apfel (vorzugsweise eine alte französische Sorte)
  • 1BL getrockneter Thymian
  • 1 getrockneter Apfelring (als Deko)
  • 1 Zweig frischer Thymian (als Deko)

Den getrockneten Thymian auf einer feuerfesten Unterlage platzieren, anzünden (am besten per Feuerzeug mit Jetflamme) und einen Tumbler kopfüber daraufstellen. Den Apfel im Shaker muddlen und im Anschluss alle flüssigen Zutaten mit Eis shaken. Auf eine Eiskugel in den Tumbler finestrainen und mit dem getrockneten Apfelring und dem frischen Thymian dekorieren.

(Nach Benjamin Thelen und Tim Burkhardt)

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Letters of Marque

Im Sommer dieses Jahres fand ich mich an einem Donnerstagnachmittag in der Espresso Bar, nördlich der Konstablerwache, in Frankfurt wieder. Die koffeinhaltigen Getränke standen jedoch im Hintergrund, Sven Riebel aus dem Seven Swans & The Tiny Cup hat in einer Gastschicht zu dem einen oder anderen After Work-Aperitif eingeladen.

Neben den überzeugenden Cocktails vom Riebel stolperte ich dort über „Amaro“ von Brad Thomas Parsons, dem geneigten Leser bereits vom Bitters-Buch bekannt. Ein Überzeugungstäter also. Das 2016 erschienene Buch führt den Stil des Vorgängers weiter, irgendwo zwischen Coffee Table Book, Rezeptsammlung und Warenkunde.

Foto des Letters of Marque

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Beneath the Sky

C&D-Forumstreffen 2017 – die Hauptstadt rief und es folgten rund 30 Cocktailverrückte, die über Pfingsten die wohl bestsortierte private Bar in ihrer gemeinsamen Unterkunft installierten. Neben dem üblichen Wahnsinn, wie ein Bourbon- sowie Champagnertasting, den so ein Wochenende nun einmal mit sich bringt, stand in der Nacht von Samstag auf Sonntag unser jährlicher Forumswettbewerb auf der Agenda. Thema: Old Fashioned.

Beneath the Sky*

  • 7cl gereifter Arrack (Compagnie des Indes 10y Indonesia)
  • 0.75cl Bergamottenlikör (Italicus)
  • 1/2BL Mispelsirup (selbst hergestellt)
  • 1/2BL Kaffir Limettenblattsirup (selbst hergestellt)
  • 1 Dash Angostura Bitters
  • 1 Amalfi-Zitronenscheibe, kandiert (als Deko)

Alle Zutaten auf Eis rühren. In einen vorgekühlten Tumbler auf einen großen Eiswürfel strainen und mit der kandierten Zitronenscheibe dekorieren. Im Idealfall ist das Eis handgeschlagen – aus einem großen Block.

*Keine Überraschung: Erneut sollte unbedingt während der Zubereitung und erst recht während des Trinkens 1990 von Leoniden laufen.

(Nach Benjamin Thelen und Tim Burkhardt)

Unsere Einreichung ist selbstverständlich in sich schlüssig aufgebaut: Arrack ist eine der klassischsten Zutaten, wie es die Geschichte des Punchs zeigt. Eben wirklich „Old Fashioned“. Auch wenn als Rum gelabelt, geht der Compagnie des Indes genau in die gewünschte Richtung und bildet ein kräftiges Rückgrat. Diese Wucht ist stilbildend für den Cocktail – unabhängig von den weiteren, leichteren Komponenten.

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Cuevas

Das Smuggler’s Cove aus San Francisco ist eine der führenden Tiki-Bars der Welt – verständlich, dass das gleichnamige Buch diesem Anspruch in keiner Weise nachsteht. Neben den Büchern von Beachbum Berry stellt dies aktuell die einzige ernsthafte Literatur zu den zumeist überbordenden Cocktails des Tiki-Segments dar.

Foto des CuevasObgleich Berrys Remixed! mein erster Berührungspunkt zur Tiki-Literatur war, der Autor um die Verdienste in diesem Bereich nicht hoch genug geschätzt werden kann und seine Bücher von Mal zu Mal ansprechender gestaltet sind – in Sachen Aufmachung stellt das vorliegende Buch dies alles in den Schatten.

Jetzt soll es jedoch um einen Cocktail gehen – zum Buch in einem späteren Beitrag mehr. Beim Durchblättern bin ich bei diesem untypischen Tiki-Shortdrink stehen geblieben und war gespannt auf die Umsetzung:→ weiterlesen

Real Sloe Gin Fizz

Mitte Juni traf ich mich mit Freunden aus meiner Schulzeit im beschaulichen Mannebach – eine Freundin von mir wohnte für einige Monate dort. Nein, das 300-Seelen Örtchen in Nähe der luxemburgischen Grenze muss man wirklich nicht kennen. Ich versprach mir in Bezug auf spannende bartypische Getränke höchstens den günstigen Einkauf von etwas Champagner und Rhum Agricole im benachbarten Ausland. Moselweine sind selbstredend ein anderes Thema. 😉

Umso angenehmer gestaltete sich der Besuch des lokalen Erzeugermarktes am Samstagmittag. Noch leicht verkatert erregte der Stand der örtlichen Brennerei unsere Aufmerksamkeit und es galt, das Sortiment zu verkosten. Eine dezente Ähnlichkeit zum typischen Tagesstart beim Besuch des BCBs lässt sich nicht leugnen … In der Konsequenz entstand der:

Real Sloe Gin Fizz

  • 3cl Gin (Martin Miller’s Westbourne Strength)
  • 3cl Schlehenbrand (Stors)
  • 3cl Zitronensaft (frisch gepresst)
  • 2cl Rohrzuckersirup
  • 1 Eiweiß
  • Soda

Alle Zutaten bis auf Soda sehr hart auf Eis shaken, in vorgekühltes Fizzglas geben und mit wenig Soda toppen.

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