Rib Tickler

Ein Sommerabend, ein neues Buch in der heimischen Barbibliothek, dezente Lust auf eine kleine Erfrischung – wie gut, dass die neue Literatur sich mit „Italy’s Most Iconic Aperitivo Cocktail“ beschäftigt und den Titel „Spritz“ trägt. 🙂

Ein schnelles Durchblättern offenbart ansprechende Illustrationen, das Einordnen der drei Rezepte in die Kategorien „Classic, Modern, Cousins“, geschichtliche Hintergründe, Warenkunde speziell zu Bitters, Prosecco und Weinaperitif sowie passende Essensbegleitung. Eine Flasche Schaumwein – mögen es mir andere verzeihen – möchte ich an einem Abend ohne trinkfreudige Unterstützung nicht mehr öffnen und entscheide mich daher für ein Rezept aus der modernen Ecke:

 

Rib Tickler

  • 6cl trockener Wermut (Dolin Dry)
  • 2.25cl Suze
  • 1.5cl St-Germain
  • 1.5cl Zitronensaft (frisch gepresst)
  • 0.75cl Rohrzuckersirup
  • Soda (ohne Angabe – etwa 5cl verwendet)
  • Grapefruitscheibe (als Deko, substituiert durch Zitronenscheibe)

Bis auf Soda alle Zutaten auf Eis in ein Weinglas geben, mit Soda toppen, umrühren, dekorieren.

Nach Alex Day, Nitecap, New York City, aus „Spritz“, Seite 71

Die Idee und Umsetzung überzeugen. Die Intention, eine zugänglichere Version eines White Negronis zu kreieren, wurde erfüllt. Suze setzt sich zunächst recht dominant durch, wird im Anschluss jedoch überzeugend durch den Wermut eingefangen und ergänzt. Zitronensaft sorgt für die notwendige Frische, über den Zusatz vom Rohrzuckersirup kann man streiten, ihn zumindest etwas zurücknehmen. St-Germain spielt immer eine untergeordnete Rolle, macht sich in erster Linie im Nachklang bemerkbar, er verlängert diesen. Das Buch überzeugt auf Anhieb, das letzte Rezept war es sicherlich nicht.

Tim

Seit 2013 tagsüber in einem Büro in Frankfurt am Main anzutreffen, steht der cocktailbegeisterte Betriebswirt abends gerne vor den Bartresen der Stadt oder hinter seiner eigenen Heimbar in Bad Vilbel. Nebenher liest der Endzwanziger gerne – nicht nur Cocktailliteratur.

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