Southampton

Immer wieder freue ich mich über Cocktails mit wenigen Zutaten, die ihren Reiz über das perfekte Mischungsverhältnis erreichen. Gesteigert wird dies noch, wenn Zutaten aus der Standardausstattung einer gut sortierten Bar ausreichend sind und nicht erst Infusionen angesetzt oder Sirup gekocht werden muss.

In David A. Embury’s „The Fine Art of Mixing Drinks“ – einem virtuos geschriebenen, mit Bonmots durchzogenem und mit cleverer Einteilung versehenem Cocktailbuch aus den 1940er Jahren – finden sich eine Vielzahl solcher Rezepte. Große Teile sind mehr oder minder triviale Abwandlungen oder durch die Cocktailrenaissance bereits wieder bekannt geworden, über den Southampton hingegen habe ich bisher nicht viel gehört.

Southampton

  • 6cl Cognac (Pierre Ferrand 1840)
  • 1.5cl Cherry Heering
  • 1 Dash Bitters (Angostura)
  • 1 Zitronenzeste (als Deko)

Alle Zutaten auf Eis shaken, in vorgekühltes Cocktailglas strainen. Deko.

Nach David A. Embury, „The Fine Art of Mixing Drinks“, Seite 273

Foto eines SouthamptonGeschmacklich funktioniert er exakt, wie man es vermuten würde: Stark cognaclastig, der Kirschlikör bringt gerade so viel Zucker mit, dass er knapp an der Grenze zum zu süßen Cocktail steht und die Bitters sorgen für eine minimal medizinische Note, die gut mit dem Rest harmoniert. Der Nachklang eher kurz, dafür mit einem überzeugenden Aroma in der Nase. Nach kurzer Zeit im Glas wird der Cocktail übrigens deutlich transparenter. Im Ganzen zwar als Aperitif etwas zu süß, als Digestif jedoch genau richtig – ähnlich wie ein Rum&Port.

Tim
Seit 2013 tagsüber in einem Büro in Frankfurt am Main anzutreffen, steht der cocktailbegeisterte Betriebswirt abends gerne vor den Bartresen der Stadt oder hinter seiner eigenen Heimbar in Bad Vilbel. Nebenher liest der Endzwanziger gerne - nicht nur Cocktailliteratur.

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